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AGAPLESION EV. KLINIKUM SCHAUMBURG
Brustzentrum

Sekretariat
Kornelia Rein

Zum Schaumburger Klinikum 1
31683 Obernkirchen

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brustzentrum@ksl.agaplesion.de

Ihr Chefarzt
Dr. med. Momme Arfsten

Dr. med. Momme Arfsten

Chefarzt

Liebe Patientinnen, liebe Angehörige,

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 70.000 Frauen neu an Brustkrebs. Diese Diagnose ist - obwohl Brustkrebs, der früh erkannt wird, eine sehr hohe Heilungschance hat - sowohl für die erkrankten Frauen, als auch für ihre Angehörige ein Schock. Fragen wie: Wo werde ich gut behandelt? Habe ich eine große Operation vor mir? Chemotherapie, Bestrahlung – was heißt das für mich und meinen Körper? schwirren durch den Kopf und machen erst einmal Angst.

Um Frauen mit Brustkrebserkrankungen die Orientierung zu erleichtern, vergibt die Deutsche Krebsgesellschaft gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Senologie das Gütesiegel „Zertifiziertes Brustzentrum“. Bereits seit 2006 ist das „Brustzentrum Schaumburg“ zertifziertes Brustzentrum und kann somit jahrelange Erfahrung und hohe Expertise vorweisen.

 

Warum ist eine Zertifizierung so wichtig?

Zertifizierte Brustzentren müssen umfassende fachliche und qualitative Anforderungen erfüllen. Jedes Jahr müssen bestimmte Mindestzahlen nachgewiesen werden, wie z.B. 300 Mammographien, 150 Erstoperationen und auch jeweils 50 palliative und adjuvante Chemotherapien. Auch die brusterhaltende Operation ist ein weiteres wichtiges Qualitätskriterium: Bei kleineren Tumoren soll sie bei mindestens 70% liegen.

Der Behandlungsablauf wird nach geprüften Leitlinien und Qualitatsstandards festgelegt – für jede Patientin! Wie ein roter Faden zieht sich dieser Behandlungsablauf durch alle Schritte: Von der Diagnose bis zur Nachsorge. In wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenzen wird gemeinsam die jeweils individuell bestmögliche Behandlungsweg einer jeden Patientin ausführlich besprochen und festgelegt. Alle Patientinnen werden nach ihrer Behandlung über ihre Zufriedenheit bezüglich Medizin und Pflege befragt. Sowohl das ärztliche, als auch das pflegerische Personal müssen sich regelmäßig fort- und weiterbilden. Somit wird garantiert, dass das gesamte Team des Brustzentrums stets nach geprüften neuesten wissenschaftlichen Qualitätsstandards behandelt.


Leistungsspektrum

Diagnostik

Die Diagnosestellung, also der Ausschluss oder die Bestätigung einer bösartigen Erkrankung der Brust, umfasst mehrere Untersuchungsschritte. Grundsätzlich erfolgt die Durchführung und Koordination dieser Untersuchungen über die Brustsprechstunde des Brustzentrums:

  1. Am Beginn der Untersuchung stehen die Betrachtung und die Palpation, d.h. das genaue Abtasten der Brust. Daran schließt sich eine Ultraschalluntersuchung an. Oftmals können Gewebeveränderungen in der Brust bereits auf diesem Wege erkannt werden. Zusätzlich wird in den meisten Fällen eine Mammographie veranlasst.
  2. Wenn Ultraschall und Mammographie den Verdacht einer Erkrankung begründen, ist eine feingewebliche Untersuchung notwendig. Dabei wird geklärt, ob das entnommene Gewebe gutartig oder bösartig ist und ob eine Operation erforderlich ist.
  3. Die Gewebeprobe kann entweder durch eine ultraschallgesteuerte Stanzbiopsie oder durch eine mammographiegestützte Vakuumsaugbiopsie entnommen werden. Bei beiden Verfahren wird mit einem kleinen Eingriff bei nur lokaler Betäubung die Gewebeprobe entnommen. Um einen optimalen und maßgeschneiderten Therapieplan in jedem einzelnen Fall festlegen zu können, werden alle Untersuchungsergebnisse interdisziplinär mit den Ärzten aus allen beteiligten Fachbereichen in der sogenannten Tumorsprechstunde diskutiert und anschließend ausführlich mit der Patientin besprochen.
  4. Im Frühstadium der Erkrankung, in dem sich dank der guten Vorsorgemöglichkeiten fast alle Patientinnen befinden, steht die Entfernung des bösartigen Gewebes aus der Brust ganz im Vordergrund. Grundsätzlich sind die Heilungschancen heutzutage exzellent.
  5. Sollte die Brustkrebserkrankung bei Diagnosestellung fortgeschritten sein, d.h. es liegen Metastasen in inneren Organen vor, z.B. Lunge, Leber, Knochen, sind für diese Patientinnen gute Therapiemöglichkeiten vorhanden, so dass die Lebensqualität bestmöglich erhalten, bzw. sogar verbessert werden kann.

Therapien

Operation

Gut zu wissen: in bis zu 80% der Fälle kann die Brust erhalten werden, da wir mit sehr schonenden Techniken operieren. Bei der brusterhaltenden Operation werden der Tumor und das umgebende Gewebe mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand entfernt. Die entstandene Lücke kann durch Verschieben des restlichen Drüsengewebes in der Brust aufgefüllt werden.

Falls die Empfehlung zur Entfernung der Brust ausgesprochen werden muss, gibt es verschiedene Arten von plastischen Operationen zum Brustwiederaufbau, die sich sofort oder später mit der Brustentfernung kombinieren lassen. Hierbei wird z. B. Gewebeersatz mit Eigengewebe oder Implantaten verwendet.

Um eine Entfernung der Brust zu umgehen oder einen größeren Tumor zu verkleinern, kann die Vorschaltung einer Chemo- und/oder Immuntherapie, die sogenannte primär-systemische Therapie, bei einzelnen Patientinnen sinnvoll sein.

Um die jeweils beste Therapie für jede Patientin festlegen zu können, muss festgestellt werden, ob kleinste Tumorabsiedlungen in der Achselhöhle vorliegen. Im Regelfall genügt hierzu die Entfernung des sog. Wächterlymphknotens (Sentinel-Node). Ist der Wächterlymphknoten gesund, können alle weiteren Lymphknoten in der Achselhöhle geschont werden, somit ist die Entfernung von weiteren Lymphknoten nicht notwendig. Dieses schonende Operationsverfahren vermeidet die unnötige Entfernung von gesunden Lymphknoten und ist in unserem Brustzentrum seit Jahren fest etabliert.

 

Bestrahlung

Nach einer brusterhaltenden Operation raten wir zur Bestrahlung der Brust. So kann das Risiko, dass die Krankheit in der Brust wieder auftritt, deutlich reduziert werden. In Einzelfällen ist auch nach der Entfernung der Brust ist eine Bestrahlung sinnvoll, wenn z. B. der bösartige Knoten eine gewisse Größe überschritten hatte oder mehrere Lymphknoten in der Achselhöhle erkrankt waren.

 

Chemotherapie

Auch nach Entfernung allen Tumorgewebes kann es notwendig sein, dass wir eine Chemotherapie empfehlen, um das Risiko, das später Metastasen auftreten können, zu verringern (= vorbeugende = adjuvante Chemotherapie).

Bei allen unseren Therapieempfehlungen werden die aktuellen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Leitlinien ebenso berücksichtigt, wie die umfangreichen Erfahrungen der im Brustzentrum unter einem Dach organisierten Fachdisziplinen. Welche Chemotherapie mit welchen Medikamenten in welchem Zeitabstand zur Anwendung kommt, wird für jede Patientin individuell festgelegt.

 

Antihormonelle Therapie

Häufig ist ein Tumor hormonabhängig gewachsen, also in Abhängigkeit von Östrogen oder Progesteron. Dann wird oftmals eine antihormonelle Therapie durchgeführt. Hier gibt es unterschiedliche Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Selbstverständlich wird auch bei dieser Therapieform für jede Frau individuell festgelegt, welche Medikamente eingenommen werden sollen - und ob vor dieser antihormonellen Therapie zunächst eine Chemotherapie erforderlich ist.

Gut zu wissen: Bei einer antihormonellen Therapie ist, so der heutige Stand der Wissenschaft, eine mindestens fünfjährige Einnahme von Tabletten erforderlich.

 

Vorbeugende Antikörper-Therapie

Bei etwa 15 bis 20% der Patientinnen mit Brustkrebs ist auf der Oberfläche der Tumorzellen eine bestimmte Bindungsstelle für Wachstumsfaktoren, der HER-2-neu-Rezeptor, in übermäßig großer Anzahl nachweisbar. Seit einigen Jahren wird ein Medikament mit dem Wirkstoff Trastuzumab (Herceptin®) als Antikörper zur Behandlung dieser Form des Brustkrebses eingesetzt. Studien belegen, dass das Risiko der Wiedererkrankung durch eine vorbeugende Antikörper-Therapie halbiert werden kann.

Ein weiterer Wirkstoff zur Verhinderung des Wiederauftretens dieser Tumore steht mit Pertuzumab (Perjeta ®) zur Verfügung. Diese Immuntherapie ist im Frühstadium der Brustkrebserkrankung aktuell von den Krankenkassen nur als Vorabbehandlung in Kombination mit Herceptin ® und Chemotherapie zugelassen (= primär-systemische Immunchemotherapie mit dualer Blockade).

 

Therapie bei fortgeschrittener Erkrankung

Bei metastasiertem Brustkrebs legen wir den Behandlungsweg ganz besonders auf die persönliche Vorstellungen und Bedürfnisse jeder einzelnen Frau fest. So profitieren einige Patientinnen von einer medikamentösen Therapie (Immun- ,Antihormon- oder Chemotherapie) , bei anderen Patientinnen können Bestrahlungen Beschwerden lindern oder deren Auftreten verhindern. Gern vermitteln wir Ihnen auf Wunsch den Kontakt zu unserer Psychoonkologin, unseren onkologischen Fachpflegekräften, unserem Sozialdienst und ggfs. auch unserer Palliativeinheit.

Nachsorge

Wir möchten, dass unsere Patientinnen nach erfolgreicher Behandlung optimal betreut werden und empfehlen deshalb – entsprechend der Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft – eine engmaschige Nachsorge.

Drei Monate nach Abschluss unserer Behandlung beginnt die Nachsorge. Sie wird durch Ihren niedergelassenen Frauenarzt durchgeführt. Vom ersten bis zum dritten Jahr nach der Operation wird Ihr Frauenarzt alle drei Monate eine Tastuntersuchung bei Ihnen durchführen. Diese erfolgt im vierten und fünften Jahr alle sechs Monate, danach jedes Jahr.

Bis zum dritten Jahr nach der Operation wird regelmäßig, mindestens jährlich, eine Mammographie der behandelten Brust empfohlen. Aber auch wir bleiben in der Zeit der Nachsorge natürlich noch stets mit unserem Wissen für Sie zur Verfügung. Gern können Sie sich stets mit Ihren Fragen an uns wenden.

Beratung und Begleitung

Onkologische Pflegeberatung

Entsprechend der Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft ist eine speziell geschulte Fachpflegekraft an unserem Brustzentrum angegliedert. Hier werden die Patientinnen und Ihre Angehörigen individuell zu pflegerelevanten Themen beraten, informiert, geschult und begleitet. Auch nach Ihrem stationären Aufenthalt ist unsere Fachkraft für unsere Patientinnen weiterhin für Fragen erreichbar.

 

Sozialdienst

Unsere Patientinnen werden während ihres Stationären Aufenthaltes von unserem Sozialdienst besucht. Inhalte des Gespräches sind unter anderem Informationen über Anschlussheilbehandlungen oder Rehabilitation sofern keine Anschlussbehandlung (Chemotherapie oder Bestrahlung) geplant ist. In diesem Fall läuft die Anmeldung über die jeweilige Praxis. Sie erhalten Informationen zu Selbsthilfeangeboten aus der Umgebung und werden ausführlich beraten zum Schwerbehindertenrecht (bei bestimmten Voraussetzungen stehen Ihnen bestimmte Leistungen zu).

 

Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen werden inzwischen als wichtige Ergänzung zum professionellen Gesundheitssystem gesehen. Sie dienen im wesentlichen dem Informations- und Erfahrungsaustausch sowie der emotionalen Unterstützung und dem Erfahrungsaustausch. Selbsthilfe zusammengefasst bedeutet:

  • sich gegenseitig Mut machen und mit der Erkrankung leben lernen
  • Ängste und Seelische Belastung ansprechen zu können
  • eigene Stärken erkennen und Kraft für den Alltag schöpfen

Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die Fachkraft für onkologische Pflege oder direkt an die Selbsthilfegruppe:

Krebsgruppe Stadthagen
Zweimal im Monat
Gesundheitsamt
Niedernstr. 14
31655 Stadthagen
Ansprechpartner:
Landkreis Schaumburg
Sigrid Stucki
Tel.: 05721/9758-48

Selbsthilfegruppe Brustkrebs Bückeburg
Jeweils am 1. Montag im Monat ab 15:00 Uhr
Begegnungsstätte Bückeburg
Herderstr. 35
31675 Bückeburg
Ansprechpartner:
Roswitha Krüger
Tel.: 05722/3194
Karin Döllner
Tel.: 05722/25811

 

DKMS Life

Die DKMS Life (ehemals DKMS – Deutsche Knochenmarksspenderdatei) bietet unter dem Motto „look good – feel better“ Kosmetikseminare an. Dabei lernen Frauen in einem zweistündigen Programm neue Schminktechniken, um z.B. fehlende Augenbrauen und  Wimpern zu schminken und zu kaschieren.
Seit einiger Zeit sind wir Kooperationspartner der DKMS Life und können diese Kurse regelmäßig auch in unserem Haus anbieten. Mit Fragen wenden Sie sich bitte an die Fachkraft für onkologische Pflege.

Unser Team

Dr. Momme Arfsten
Chefarzt

 

 

Viktoriya Kortschak
Ltd. Oberärztin

Dr. Annette Uhlhorn
Oberärztin

Lela Magradze
Oberärztin

Sabine Lemster
Oberärztin

Weitere Informationen

Flyer Brustzentrum